Einbruch 08.01.13 Burg Satzvey

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Norbert von Thule
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Einbruch 08.01.13 Burg Satzvey

Beitrag von Norbert von Thule »

Bernd Zimmermann hat geschrieben:
Graf überrascht Einbrecher im Burghof

Burgherr Franz Josef Graf Beissel von Gymnich war gestern Mittag noch sichtlich angespannt. Er hatte in der Nacht zum Dienstag vier Einbrecher im Hof seiner Burg überrascht. Als er schrie, „He, was macht ihr da?“, gaben die Ganoven Fersengeld.

Wenig später erkannten der Graf und Burgherrin Gräfin Jeannette, dass die Einbrecher einen knapp zehn Zentner schweren Waffentresor aus dem Untergeschoss des Haupthauses der Burg ins Freie geschafft und einen kleineren Tresor mit Bargeld aus dem Burgbüro mitgenommen hatten.
Als Polizeibeamte aus Mechernich zum Tatort fuhren, kam den Polizisten ein Auto zwischen Katzvey und Satzvey verdächtig schnell entgegen. Die Beamten wendeten und versuchten, das Fahrzeug einzuholen ”“ ohne Erfolg.

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In der Nacht haben Einbrecher auf Burg Satzvey versucht, einen Tresor zu stehlen (links oben). Im Burghof wurden die Täter vom Grafen überrascht (links unten). Mit Hilfe der Leiter schafften die Täter das Ungetüm aus dem Haupthaus (rechts).

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Der Tresor im Innenhof (links). Franz Josef Graf Beissel und seine Ehefrau und Gräfin Jeannette sicherten zusammen mit zwei Mitarbeitern sieben Langwaffen und einige Kurzwaffen aus dem Waffentresor, der am Mittag noch im Burghof auf einer Leiter lag (rechts oben). Graf und Gräfin inspizierten am Dienstag die Schäden an aufgebrochenen Türen (rechts unten).

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Der Graf mit einem Mitarbeiter (links) und Gräfin Jeanette (rechts oben). Die Einbrecher suchten daraufhin das Weite (rechts unten).

Graf Beissel schilderte gestern, er habe wie immer im Obergeschoss geschlafen und sei durch Stimmen auf dem Hof wach geworden. Dann sei er erst einmal ins Bad gegangen, weil er gedacht habe, es sei schon früher Morgen und Mitarbeiter eines in der Burg ansässigen Betriebs würden auf dem Burghof arbeiten. „Ich habe auf den Hof geschaut. Da ich meine Brille aber noch nicht trug, dachte ich, da würden vier Arbeiter eine weiße Couch transportieren. Die haben mich wohl bemerkt und die ,Couch‘ fallen lassen. Dann sind sie verschwunden. Das fand ich schon verdächtig.“
Vier Männer mit „einer weißen Couch“
Dann habe er auf seinem Handy nachgeschaut, wie spät es tatsächlich sei. Es war erst 2.45 Uhr. Nachdem er das Fenster geöffnet habe und die Männer angeschrien habe, seien die vier Unbekannten geflohen. Bei der „Couch“, die die Männer auf einer Leiter transportierten, habe es sich um den Waffentresor aus dem Museum gehandelt. Erst jetzt habe er gewusst, dass Einbrecher am Werk waren.
„Der Waffentresor ist so schwer, dass wir ihn damals mit einem Kran über die Haupttreppe ins Untergeschoss hieven mussten. Dann haben wir ihn auf einem Rollwagen an seinen Platz im Museum gekarrt. Das war ein echter Kraftakt“, erklärten der Graf und dessen Mitarbeiter Theo Möseler.
Die Einbrecher waren ganz gezielt vorgegangen. Sie hatten eine Nebentür der Taverne „Kreuzritter“ aufgehebelt und die Gaststätte, die den Wirtschaftshof der Burg zur Straße begrenzt, durchsucht, wie Gastwirtin Karin Vogt gestern bestätigte. Dort hatten sich die ungebetenen Besucher bereits Handys, die sie im Lokal gefunden hatten, zurechtgelegt. „Von der Gaststätte aus sind sie in den Innenhof gelangt. Dann haben sie bei uns eingebrochen und müssen viel Krach gemacht haben, obwohl wir oben geschlafen haben“, mutmaßt Jeannette Gräfin Beissel. Das italienische Restaurant „Da Marcello“ und ein weiteres Lokal im Innenhof „besuchten“ die Einbrecher nicht. Um den schweren Waffenschrank im Haus bewegen zu können, holten sich die Einbrecher Decken aus einer Scheune im Wirtschaftshof sowie eine Aluminiumleiter. Den schweren Schrank schoben sie auf den Fliesen durch das Untergeschoss und ließen ihn auf der Leiter über die Freitreppe auf den Burghof hinunter, wo der Schrank gestern Mittag noch lag. Mit zwei Mitarbeitern öffnete Graf Beissel die zentnerschwere Schranktür und brachte seine Jagdwaffen in Sicherheit: sieben Lang- und einige Kurzwaffen. Den Schaden schätzte Beissel gestern auf 10”…000 bis 15”…000 Euro: „Bei uns ist nicht viel zu holen, da wir die Tageseinnahmen abends immer zur Bank bringen. In dem gestohlenen Tresor im Büro befanden sich höchstens ein paar Hundert Euro.“
Die Einbrecher, so Gräfin Beissel, „müssen sich gut ausgekannt haben, denn sie gingen ganz gezielt vor.“ Dies sei nicht verwunderlich, da man auch Führungen durch die Burg anbiete.
Polizeisprecher Lothar Willems erklärte gestern auf Anfrage, dass es 2012 zwei Diebstähle von Waffenschränken im Kreis Euskirchen gegeben habe. Einen Zusammenhang mit dem Einbruch in der Burg sah Willems aber nicht: „Waffendiebe hätten den Schrank wohl nicht gekippt, um die Waffen nicht zu beschädigen.“
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Norbert von Thule
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Re: Einbruch 08.01.13 Burg Satzvey

Beitrag von Norbert von Thule »

Joachim Sprothen hat geschrieben:
Am Beton-Tresor gescheitert

Die Einbrecher, deren Alter der Graf Franz-Josef Beissel von Gymnich auf Mitte 20 schätzte, trugen Kapuzenjacken und entkamen unerkannt. Am Dienstag sicherten Beamte der Kripo Euskirchen die Spuren der Tat auf Burg Satzvey.

Graf Franz-Josef Beissel von Gymnich wirkte am Dienstmorgen etwas übernächtigt. Der Hausherr auf Burg Satzvey hatte allerdings auch nur knapp zwei Stunden geschlafen. Um ein Uhr hatte er sich gemeinsam mit seiner Ehefrau Jeannette in den gräflichen Privatgemächern in der dritten Etage der Burg zu Bett begeben, um 2.45 Uhr ertappte der Burgherr vier Einbrecher auf frischer Tat.
Die Spitzbuben dürften am Dienstag genauso abgekämpft gewesen sein wie ihr Opfer. Sie hatten Schwerstarbeit geleistet. Gegen 2 Uhr war es ihnen gelungen, den Schließzylinder der Eingangstür zum Burg-Restaurant „Kreuzritter“ auszubauen. Nachdem die Männer dort eine geringe Menge Bargeld entwendet hatten, wurde das Hauptgebäude des gräflichen Terrains ins Visier genommen.
Schloss aufgehebelt
Den Tätern gelang es, das Schloss des Portals aufzuhebeln. Anschließend inspizierten sie die untere Etage, die mit musealen Altertümchen ausstaffiert ist. Seit 2005 finden dort Besucherführungen statt. Auf eine „Kundschaft“ wie die in der Nacht zum Dienstag hätte der Graf aber lieber verzichtet. Im Büro fanden die Täter einen etwa 40 Kilogramm schweren Tresor, in dem sich Scheckkarten, Computer-Softwareprogramme und 8600 Euro Bargeld befanden.

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Die Täter hatten den acht Zentner schweren Tresor bereits die Treppe hinunter in den Innenhof geschafft (links oben). Zwei Beamte der Kripo Euskirchen sicherten die Spuren (links unten). Wo der schwere Tresor stand, baumeln jetzt nur noch Kabelstrippen. Der Graf blickt auf Teile einer Standuhr im Waschbecke (rechts).

Der Tresor ist seither spurlos verschwunden, die Scheckkarten ließ der Graf unverzüglich sperren. Ob die Einbrecher Freude an dem Bargeld haben werden, ist fraglich. Sie werden die Tresortür wohl nur mit einem Schneidbrenner aufkriegen. Die Einbrecher hatten, vermutlich in der Hoffnung, dass sie auch auf das Pendant passen, in einem Nachbarraum die Schlüssel aus dem Schloss eines baugleichen leeren Tresors abgezogen und eingesteckt. „Damit werden sie aber Schiffbruch erleiden“, meinte der Graf: „Die auf den entwendeten Tresor passenden Schlüssel lagen auf dem Schreibtisch und wurden von den Dieben offensichtlich übersehen.“
Richtig schweißtreibend wurde es für die Einbrecher, als der kleine Tresor im Fluchtfahrzeug verstaut war. Denn nun sollte es zum Abtransport eines mit Beton ausgegossenen Tresors kommen, der über acht Zentner wiegt und in einem rückwärtigen Raum des Museumstrakts stand. Darin sind nach wie vor vier Jagdgewehre des Grafen unter sicherem Verschluss. Denn an dem dicken Brummer bissen sich die Täter die Zähne aus.

Standuhr zerlegt

Eine große Standuhr, die im Flur beim Abtransport im Wege stand, hatten sie zwar noch fachgerecht in Einzelteile zerlegt, ohne Schäden anzurichten. Auch eine Leiter hatten die Einbrecher organisiert, die auf den Außenstufen als schiefe Ebene das Wegschaffen des Tresors erleichterte. Aber zwischenzeitlich war Graf Beissel vom Rumoren in der unteren Etage aus dem Schlaf gerissen worden. Er eilte nach unten und erwischte die Täter, die den Tresor mittlerweile in den Innenhof der Burg geschafft hatten, in flagranti. Sie hatten unter einem Torbogen eine Verschnaufpause eingelegt. Graf Beissel: „Als ich ihnen die Frage zurief, was denn hier los sei, gaben die vier Männer Fersengeld.“
Die Einbrecher, deren Alter der Graf auf Mitte 20 schätzte, trugen Kapuzenjacken und entkamen unerkannt. Am Dienstagmorgen waren zwei Beamte der Spurensicherung der Kripo Euskirchen vor Ort. Das Inventar des Museumstraktes, in dem unter anderem Gemälde, Wandteppiche und Silberleuchter zu besichtigen sind, blieb unangetastet. Decken, die als „Verpackungsmaterial“ taugen, wurden zwar auf der Burgtreppe gefunden. Aber entweder waren die Täter vor dem Wegschaffen dieser Beute vom Grafen gestört worden oder sie hatten daran kein Interesse. „Dafür ist kein nennenswerter Verkaufserlös zu erzielen“, meinte der Burgherr.
sohnmeier hat geschrieben:Haben wir's einfach, ab ins Bett und schlafen. Beissels müssen erst die "gräflichen Privatgemächer aufsuchen, um sich dann gemeinsam zu Bett zu begeben". Auch scheint mir der Umgang mit den Tresorschlüsseln recht sorglos zu sein ...
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