Mittelalter-Spektakel 07./08.07.12 Schloss Hülchrath

Was geht woanders?
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Norbert von Thule
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Mittelalter-Spektakel 07./08.07.12 Schloss Hülchrath

Beitrag von Norbert von Thule »

Wir schreiben das Jahr 1320 n.Chr. Wikinger belagern das Schloss des Grafen von Hülchrath. Nach der Festnahme eines Weibes kommt es zur Auseinandersetzung. Der Streit um die Hexe von Hülchrath ist entbrannt... Großes Spektakel der Heerlager

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Über 500 Akteure (vgl. letztes Jahr: "650 Akteure"*) Gaukler, Spielleute, Marktleute, Händler, Bäcker, Handwerker, über 30 Heerlager von Wikinger bis Kreuzritter. Grosses Bühnenprogramm.

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* Wer fehlt denn da?
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Norbert von Thule
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Re: Mittelalter-Spektakel 07./08.07.12 Schloss Hülchrath

Beitrag von Norbert von Thule »

Gestern in der Westdeutschen Zeitung:
Mittelaltermarkt auf Schloss Hülchrath

Markt lockt am Wochenende mit einer großen Hexenjagd-Inszenierung.

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Auch für das leibliche Wohl wird wieder gesorgt sein: Garküchen, Brätereien und Tavernen bieten ihre Leckereien feil.

Ein großes Spektakel soll er werden, der Mittelaltermarkt auf Schloss Hülchrath am kommenden Wochenende. Denn zum zehnjährigen Jubiläum haben sich die Veranstalter etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Hunderte Ritter aus mehr als 30 verschiedenen Heerlagern ”“ von der Wikinger bis zur Kreuzritterzeit ”“ werden zwei Tage lang eine mittelalterliche Geschichte inszenieren: Zurückversetzt in das Jahr 1315 werden die Besucher Zeuge einer Hexenjagd, wie sie eigentlich nur in Geschichtsbüchern geschrieben steht.

Markt öffnet am Freitag mit einer Party in der Burgruine

Spektakulär ist auch das weitere Programm: Mit dabei sind über 500 Akteure aus aller Herren Länder ”“ zum Beispiel die Musiker der Gruppe Dectera Lugh. Mit zauberhafter Unterhaltung und Geschichten vom kleinen Volk am langen Faden lockt Puppenspielerin Imke Lau Kinder und im Herzen Junggebliebene auf ihre Wanderinsel Pamie Pattie.

Ein magisches Spektakel erwartet das Publikum bei der Vorstellung der Flugträumer. Die Meister der Akrobatik und Artistik aus Berlin lassen mit spielerischer Leichtigkeit ihre Kristallkugeln über Hände, Arme und Körper fließen und verzaubern mit ihrer Jonglage. Am Sonntag ist der redegewaltige Pierre Schmidt von Schloss Gymnich mit seinen Geiern, Eulen und Falken zu Gast. Weitere Musikgruppen, Feuerspucker und die Fechtschule Benrath runden das aufwändige Bühnenprogramm ab.
Auch für das junge Volk gibt es vielerlei zu entdecken ”“ kämpfende Ritter, herrschaftlich gekleidete Damen, Messerwerfer, Bogenschützen und Aktionen zum Schauen, Hören und Mitmachen.

Bereits Freitag kann man übrigens Mittelalter-Luft schnuppern: bei einer Party in der Burgruine (Kasematten) ab 19 Uhr. Samstag ist der Markt von 12 bis 22 Uhr und Sonntag von 11 bis 20 Uhr geöffnet. Kosten: 5 Euro am Freitag, Samstag und Sonntag 6,50 Euro. Zwei Euro Ermäßigungen gibt es für Kinder und Gewandete.
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Tanzmeister Denesius
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Re: Mittelalter-Spektakel 07./08.07.12 Schloss Hülchrath

Beitrag von Tanzmeister Denesius »

Der Erfolg unserer "Gothik-Knight" Party hat sich wohl rumgesprochen :-)
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Norbert von Thule
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Re: Mittelalter-Spektakel 07./08.07.12 Schloss Hülchrath

Beitrag von Norbert von Thule »

Sascha Fervers hat geschrieben: Bild

Die Geschichte von den Wikingern, ihren Weibern und dem Grafen zu Hülchrath

Unsere Geschichte erhebt keinen Anspruch auf Authentizität. Viele Elemente und Verstrickungen sind frei erfunden. Religionen, Jahreszahlen und Jahrhunderte purzeln munter durcheinander.”¨Wahre Begebenheiten, Show ”“ Einlagen und Gecks vereinen sich zu einem großartigen Spektakel, auf dass es dem Publikum gefalle und ihm begeisterten Jubel entlocke!!”¨Â ”¨Â ”¨EINFÜHRUNG”¨Wir schreiben das Jahr Anno Domini 1315 und lagern auf den Wiesen vor dem stattlichen Schlosse Hülchrath inmitten der Ländereien unseres Grafen  zu Hülchrath, Dietrich Luf III. Heute und morgen wird Markt gehalten an der Stätten und viel fahrendes Handelsvolk hat sich zuhauf schon eingefunden, um zu Gottes Ehren der Pfingstmesse beizuwohnen, ehrfürchtig das Haupt zu neigen vor ihm, unserem Herrn und, vertrauend auf seine Gnade, manch guten Handel abzuschließen.”¨Auf Order des Herren der Stätten wurden für diese Freudentage die besten Musikanten, Feuerspucker, Narren, Gaukler und Geschichtenerzähler wie ich von nah und fern herbeigeladen. Geschichten an den Mann zu bringen, Handelsleut nach vollbrachtem Tagewerk zu amüsieren und dem Volke Kurzweyl zu bescheren, das ist mein Metier.”¨Â ”¨Eine trefflich, kleine Geschicht hätt ich denn auch am heutigen Tage für euch mitgebracht.”¨ Eine Geschichte, die sich zugetragen hat an ebendieser Stätten, am Schlosse zu Hülchrath, vor einem Jahr.”¨ Eine Geschichte über den Kampf zwischen unserem Herrn, Dietrich Luf III, dem Grafen zu Hülchrath, und den von fern herangereisten Wikingern, die gekommen waren zu handeln, zu völlen und manch ordentliche Streitigkeiten anzuzetteln.”¨ Zwei fürchterlich sündige Weibsbilder waren natürlich an allem schuld.”¨Â ”¨Tretet herbei, euch mein feines Geschichtlein anzuhören, das bestimmt noch in vielen Jahrhunderten von Erzählern und Sängern zu Gehör gebracht werden wird.”¨Also höret, sperret eure Augen und Ohren auf, denn mich deucht, es wär wohl mählich an der Zeit, euch von den beiden schändlich Lästerweibern zu berichten.”¨Kommt herbei, edler Recke!”¨ Seid mir willkommen, Gevatterin!”¨Trete nur ruhig ganz nah heran, mein Kind!”¨ Und sparet nicht mit Handgeklapper!”¨ So platzieret nun jetzt eure Afterballen auf den Balken hier bei mir, sperret eure Horchlöffel weit auf und lauschet meiner Geschichte, die euch die Haare zum Himmel stehen lassen wird.”¨

Der Geschichte erster Tag”¨Â 

”¨Genau vor einem Jahr, anno domini 1314, an dieser gleichen Stätten, war zur Feier des großen Pfingstfestes gar viel Volk herbeigereist. Aus aller Herren Länder kamen sie zu handeln und zu feiern.”¨Auf den Wiesen vor dem Pallas hatten sich recht viele ritterliche Lager eingefunden, ihre Geschäfte zu tätigen und sich im Wettstreit mit den anderen zu messen.”¨Â ”¨Ein wahrlich stattlicher Recke fiel uns allen gleich ins Auge: Hamar, Fürst der Wikinger, auf seiner Reise durch die Jahrhunderte, ein Hüne von einem Mann in edler Gewandung und wohlgerüstet!”¨ Ei, hättet ihr diese Pracht nur mit eigenen Augen schauen können!”¨Â ”¨Und seine Mannen: genauso stark wie er! Sich zu ertüchtigen, muss wohl ihr größter Zeitvertreib gewesen sein!”¨Â ”¨Und erst seine Weiber! Wohlgenährt und rosig allesamt! Mit praller Brust und einladendem Hinterteil hätten sie wohl jedem Recken zur Zierde gereicht!”¨Und ihr werdet es kaum glauben! Wir dachten, uns würden wohl die Augen aus dem Kopfe fallen!”¨Er hatte gleich zwei davon! ”¨Zwei!”¨ GudrÁºn, eine stolze Frohwe und Ásla, eine liebreizende Maid!”¨ Ein liebes Eheweib und eine Metze?!?”¨ Oder wie?”¨Â ”¨Wir konnten es kaum glauben. Aber man wusste ja schon immer, dass die Nordmänner die wahrsten Barbaren sind! Oder?”¨ Vielleicht wär der eine oder andere von uns ja auch ganz gerne an Stelle des Wikingers mit den beiden im stillen Kämmerlein verschwunden?”¨Vielleicht hätt der eine oder andere von uns auch schon den Plan gefasst, den stolzen Recken zu befragen, wie man es anstellen müsst - mit 2 Weibern zu gleicher Zeit ....!?!”¨Â ”¨Doch im Laufe der Morgenstunden beschlich uns wohl ein merkwürdig mulmiges Gefühl. Wir hörten Geschrei und Gebrüll aus ihrem Lager.”¨ Dunkle Stimme! Hohe Stimmen! Zankte er sich wohl gar mit seinen Weibern?! ”¨Krach! Was war das?”¨ Wir liefen hinunter um zu schauen. Aber nur Stille und steinerne Mienen trafen wir an. Na ja, da gab s für uns neugieriges Pack nichts mehr zu sehen.”¨Doch wenig später wurd ich selbst gewahr, wie unsere liebreizend junge Maid in unzüchtigster, sündigster Weise ihre drallen Brüste dem ehrenwerten Grafen vor die Augen hielt, ja gar sie zu ihm hinüberschob und ihn, allem Anscheine nach, um seine Hilfe anzuflehen suchte.”¨Was mochte sie ihm wohl erzählen? Unserem Herrn, dem Grafen zu Hülchrath?! Eine Geschichte mit einem Mann und zwei Weibsbildern? Ein rotes Tuch für das Auge des ehrvollen Grafen!? Welch Lästerweib! Welch Schande!”¨Â ”¨Was sie ihm erzählt, erfuhren wir schon wenig später.”¨Noch bevor die Glocken zur Mittagsstund läuteten, erschien unser Graf Dietrich Luf III mit mehr als zwei Dutzend seiner reisigen Knechte vor Fürst Hamars Zelten und nahm ohne langes Federlesens des Wikingers Frau in Gewahrsam. Er habe Klagen gehört und Beweise erhalten, dass die stolze GudrÁºn verdächtigt werde, mit dem Teufel im Bunde zu stehen und sich, wies aussäh von Gott, unserem Herrn, wohl gänzlich abgewendet hätt.”¨Â ”¨Unser Graf, der arme Tropf!”¨Die Gier nach dieser sündigen jungen Metze stand ihm in die Augen geschrieben, dem tumben Tor!”¨Â ”¨Fürst Hamar, in der einen Hand ein Humpen von Gerstensaft, in der anderen eine Scheibe knusprigen Brotes mit einem köstlich Fleischlappen darin, stand dort mit offenem Munde und glaubte kaum, was seine Ohren hörten: sein Eheweib werde ins Verlies unter dem Hexenturm gebracht, zwei Stunden nach Mittag werde ihr der Prozess gemacht.”¨Â ”¨Wir waren neugierig zu erfahren, wie das wohl ausgehen würde. Angespannte Stille senkte sich über das Schloss.”¨Zur vorbestimmten Zeit wurde zur Gerichtsverhandlung gerufen, die sogleich vor dem versammelten Volke abgehalten werden sollte.”¨Verdreckt und unter Schmerzen erschien GudrÁºn, des Wikingers Weib, vor den Richtern. Der Prozess währte nicht lang. Der Anschuldigungen waren viele, wahrscheinlich eine jede an den langen Zöpfen der Metze Ásla herbeigezogen. Das Schandweib lachte über alle Backen und hängte sich vertraulich an des Grafens Arm.”¨ Die stolze GudrÁºn wurd derweil als Hexe gleich zum Tode auf dem Scheiterhaufen noch am gleichen Tage abgeurteilt.”¨(14.00 Uhr: Hexenprozess?)”¨Â ”¨Uns blieben unsre Worte in den Hälsen stecken! ”¨Und sogleich fragten wir uns, ob Fürst Hamar und seine Recken diesem Treiben wirklich tatenlos zusehen würden. Würde er den Kirchenmann schonen und sein Eheweib dem Schicksal überlassen? Wohl eher nicht!”¨Â ”¨Als der Tag sich langsam seinem Ende zuneigte und der Scheiterhaufen schon fast ganz errichtet war, wurde ich gewahr, wie GudrÁºn, begleitet von des Grafens Domherren, im Hexenkarren langsam herangezogen wurde. Schreiend und kreischend, sodass sich uns die Haare auf den Armen aufstellten und es wie kaltes Flusswasser unseren Rücken hinunterrieselte! ”¨Doch trotz unseres Entsetzens wollten wir natürlich das Spektakel nicht verpassen.”¨Â ”¨Aber daraus wurde nichts! ”¨Unser aller Köpfe drehten sich, wie auf Kommando, in Richtung des großen Fischteichs der Burg.”¨Dort hatten sie wohl versteckt gelegen, Fürst Hamars Mannen!”¨Und von dort kamen sie nun, mit Gebrüll und erhobenen Schwertern.”¨Schrecklich anzusehen in ihren glänzenden Kriegsrüstungen, und schön zugleich! ”¨Mindestens drei Dutzend waren es! Und alle schwer bewaffnet! ”¨(17.00 Uhr Kampf am Scheiterhaufen?) ”¨Durch die Menge stürzten sie, sie waren deutlich in der Überzahl. ”¨Auf den Grafen und seine reisigen Knechte! ”¨Schwerter klirrten, Rüstungen krachten aneinander, Schreie ertönten. ”¨Der Kampf währte nur kurz. Und nicht viele Opfer waren zu beklagen .”¨Schon nach kurzer Zeit überwältigten Hamars Recken die des Grafen, verjagten sie mit lautem Gegröle vom Platze, machten den Scheiterhaufen dem Erdboden gleich und befeiten sogleich die arme GudrÁºn aus dem Hexenkarren.”¨Â ”¨An diesem Abend hörten wir noch lange Gesang aus des Hamars Lager. ”¨Die Mannen unseres Grafen und die nichtsnutzige Metze Ásla wurden bis in die Nacht hinein nicht mehr gesehen.”¨Â ”¨Â 

”¨Der Geschichte zweiter Tag”¨Â ”¨

Am nächsten Morgen erhoben wir uns schon früh von unseren Lagern und warteten ein wenig bangen Herzens, was der neue Tag wohl bringen würde.”¨Doch wenn ihr jetzt nun denkt, dass das das Ende der Geschichte wär, dann hört nur, wie es weitergeht.”¨Â ”¨An diesem Morgen war von unserem ehrwürdigen Dietrich Luf III weit und breit noch nichts zu sehen. Selbst der großen Pfingstmesse blieben er und seine Leute fern. ”¨Alles blieb still und so nahmen wir, wie an jedem anderen Markttag auch, unser übliches Tagewerk wieder auf.”¨Die Händler boten ihre prächtigen Waren feil, die Gaukler zeigten ihre wunderlichen Kunststücke, die Musikanten brachten ihre schönsten Weisen zu Gehör und ich erzählte dem geneigten Volke meine trefflichsten Geschichten.”¨ Der Rauch der Feuerstellen lag in der Luft, der Schmiedehammer begleitete uns mit seinem rhythmischen Pling! Pling! Pling!, es wurde gehandelt und gefeilscht, getanzt und gesungen.”¨ Nach und nach verließ uns der Schrecken des gestrigen Tages und wir dachten, in dero zwei Tagen würde das alles schon in Vergessenheit geraten sein.”¨Â ”¨Doch nach der zweiten Mittagsstund näherte sich von der Vorburg her ein kleiner Zug von nicht mehr als drei Dutzend jämmerlichen Gestalten. Einige Karren hatten sie auch dabei.”¨ Wir fragten uns, welch merkwürdig Volk uns da wohl ins Haus stünde. Dann hörten wir die ersten Schreie, wurden gewahr, wie die Näherstehenden die Beine in die Hand nahmen und das Weite suchten.”¨ Und das hättet ihr wohl auch getan, edle Damen, werter Gevatter, ihr holden Frowelein!”¨Denn was da näher kam, war ein wahrhaftiges Unglück, ein Pestzug, der, aller Verbote zum Trotz, ins Herz unseres bunten Markttreibens vorstoßen wollte!”¨ Was hatten sie vor?! Aussätzige! ”¨Ganz sicher war ihnen bekannt, dass es ihnen strengstens untersagt war, sich auf Märkten und derlei betriebigen Spektakeln dem Volke auch nur von Ferne zu zeigen! Waren sie wahnsinnig? In ihren Karren führten sie sicher auch noch Tote mit sich.”¨Viele von uns standen wie gelähmt. Wer seiner Sinne mächtig war, machte sich auf und davon und brachte sich in Sicherheit. Unseren Rufen schenkte die aussätzige Horde gar keine Beachtung.”¨Â ”¨Inmitten unseres Staunens war es der Wikingerfürst Hamar, der sich ein Herz fasste und die todbringende Schar mit seinen Recken so gut wie möglich einzingelte, um sie, notfalls mit Schwert und Gewalt, aus der Burg hinauszugeleiten.”¨Â ”¨Warum wir nicht gemerkt haben, was der dreckige Zug im Schilde führte?”¨Ich weiß es nicht! ”¨Doch ganz plötzlich, an einer engen Stelle, fast schon am Torbogen hinaus zur großen Karrenstraße, geriet das Pack in Bewegung. Mit einem Gebrüll, das Alt und Jung erzittern ließ, stürzten sich die Aussätzigen auf Fürst Hamars Recken. Die hitzige Schar versuchte, alle wackeren Wikinger zu vernichten, die nicht zur rechten Zeit entkommen konnten. ”¨In ihren Karren hatten sie nicht sterbende Kranke versteckt, nein, sondern blanke Schwerter!”¨ (14.00 Uhr Pestzug und Kampf?)”¨Â ”¨Wer sie waren, das habt ihr sicher schon erraten: der Graf nämlich, und seine reisigen Knechte!”¨Â ”¨Es war das Ende für manch tapferen Wikinger, etliche mehr wurden von den Kämpfern gefangengenommen und in Richtung des Verlieses abgeführt. ”¨Aber auch des Grafens Reihen waren gut gelichtet.”¨Doch wonach der Edelnmann nun wirklich trachtete, waren nicht die eingekerkerten Wikinger im Turm, sondern nach der Rückgabe der Wikinger - Hexe im Tausch gegen die acht Gefangenen. Wie hatte ihm doch die junge Metze den Kopf verdreht!”¨Nach dem gewonnenen Kampf sprach er vor an des Fürsten Zelt und verlangte die Herausgabe der schuldigen GudrÁºn.”¨Â ”¨Und so kam es, dass des Wikingers Eheweib schon zum zweiten Mal an ebendiesem Pfingstfeste als Hexe dem Feuer übergeben werden sollte.”¨ Und dass die übrig gebliebenen Wikinger ein zweites Mal ihre Fürstin zu befreien suchten.”¨ (17.00 Uhr Endkampf?)”¨Â ”¨Aber wisst ihr, was das Merkwürdigste ist an dieser Geschichte: ihr Ende!”¨ Denn ganz zum Schluss war es Ásla, die junge Metze am Arm des Grafen, die GudrÁºn das Leben schenkte und rief „Lasset sie frei!“”¨Â ”¨Was war da geschehen?”¨ Wir wissen es nicht. Aber der Schmied an der Stätten erzählte uns hinter vorgehaltener Hand, dass er bei Einbruch der Dämmerung zwei Weibsbilder auf ihren Besen hätt davonfliegen sehen.”¨ Zwei?! ”¨Waren hier zwei Hexen im Spiel? Oder eine? Oder keine?”¨ Unseres Grafenss Gesicht hätt ich gerne wollen sehn!”¨
Ein denkwürdiges Pfingstfest sondergleichen, auf Schloss Hülchrath, anno domini 1314!
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Norbert von Thule
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Re: Mittelalter-Spektakel 07./08.07.12 Schloss Hülchrath

Beitrag von Norbert von Thule »

In der Neuss-Grevenbroicher Zeitung:
Ritter liefern sich die "Schlacht um Hülchrath"

Schwerter und Äxte krachen am Wochenende lautstark auf Rüstungen und Schilde. Mehr als 500 Akteure liefern sich am Samstag und Sonntag "Die Schlacht um Hülchrath". Unter diesem spektakulären Motto steht die neueste Auflage des Mittelaltermarktes im Schatten des historischen Schlosses.

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Am Wochenende belagern Ritter das Hülchrather Schloss. (Foto: L. Berns)

Vor zehn Jahren übernahmen Albert Stromann und Carsten Hermida die Vermarktung der Burg, die sich in Privatbesitz befindet ”“ seitdem werden dort Hochzeiten, Feste und Märkte veranstaltet. Der Mittelaltermarkt gehört seit Anfang an zum Programm. Wegen des runden Geburtstages beginnt das Spektakel diesmal bereits einen Tag früher ”“ nämlich schon am Freitag, 6. Juli. Ab 19 Uhr wird in den alten Katakomben eine Party gefeiert ”“ mit Songs von "In Extremo" über "Sisters of Merci" bis "Queen". Eintritt: fünf Euro.
Am Samstag und Sonntag schlagen dann Ritter und Wikinger aus mehr als 30 Heerlagern ihre Zelte rund um das alte Gemäuer auf. Bevor es zur Schlacht kommt, lassen sie sich und ihr Publikum von Musikanten, Feuerspuckern, Narren, Gauklern und Geschichtenerzählern unterhalten. Zu den Höhepunkten zählen Auftritte der Gruppe "Dectera Lugh", die einen Mix aus Folk, Rock, Pop und Jazz bietet. Ein magisches Spektakel erwartet die Zuschauer bei der Vorstellung der "Flugträumer": Die Artisten aus Berlin lassen Kristallkugeln über Hände, Arme und Körper fließen.
Am Sonntag ist Pierre Schmidt von Schloss Gymnich mit seinen Geiern, Eulen und Falken zu Gast. Weitere Musikgruppen und die Fechtschule Benrath runden das Programm ab. In Garküchen, Brätereien und Tavernen wird für das leibliche Wohl er Besucher gesorgt.
Info Samstag, 7. Juli, von 12 bis 22 Uhr, Sonntag, 8. Juli, von 11 bis 20 Uhr. Eintritt: 6,50 Euro für Erwachsene, ermäßigt 4,50 Euro. Freier Eintritt für Verkleidete und Kinder "unter Schwertmaß".
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Norbert von Thule
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Re: Mittelalter-Spektakel 07./08.07.12 Schloss Hülchrath

Beitrag von Norbert von Thule »

Heute in der Westdeutschen Zeitung:
Inge Hüsgen hat geschrieben:
Mittelalter-Spektakel: So viel Lagerleben war noch nie

Zum zehnten Mal fand das Spektakel in Hülchrath statt. Dabei waren 600 Aktive.

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Steffi Ahrens und Arno Schulz aus Krschenbroich heirateten am Wochenende ”“ streng mittelalterlich. (Stefan Büntig)

Am Wochenende verwandelt sich der Bäcker Günter Kleiber in den Tempelritter Frater Gunter. Dann hält ihn nichts mehr zuhause in Aachen. Er schnappt sich Rüstung und Kettenhemd zieht mit seinen Getreuen los. Zum Beispiel Richtung Hülchrath, wo sich am Wochenende mehr als 600 Aktive zum alljährlichen Mittelalter-Spektakel trafen.
So viel Lagerleben wie noch nie gibt es beim zehnjährigen Jubiläum der Veranstaltung. Ganz in der Nähe der Templer haben beispielsweise die Leute von „Imperium Draconis“ aus Mönchengladbach ihre Zelte aufgeschlagen, normannische Söldner aus der Zeit zwischen 950 und 1150, die die Besucher nicht nur am Lager-Alltag teilhaben lassen, sondern auch gern im Zweikampf untereinander die Klinge kreuzen.
Friedlicher geht es im Lager der Gruppe „Amator Massa“ zu, die sich alten Handwerkstechniken verschrieben hat. Der Name soll so viel bedeuten wie „zusammengewürfelter Haufen“, erläutert Mitglied Sebastian Janz, der im „wirklichen Leben“ als Fliesenleger und Stuckateur arbeitet. Mit der ganzen Gruppe schlüpft er in der Freizeit in die Rolle von vertriebenem Bauernvolk aus der Zeit um 1350.
Vor den Augen der Besucher fertigen sie Langbögen, weben Borten für Gewänder, und über dem Feuer brodelt ein Eintopf, wie man ihn auch vor über 600 Jahren hätte kochen können. Tomaten und Kartoffeln kommen bei „Amator Massa“ nicht in den Pott ”“ genauso wenig wie andere Nahrungsmittel, die erst nach Kolumbus in Europa bekannt wurden. Dafür benutzen sie andere, heute ungewöhnliche Zutaten wie Zimt, erklärt Sebastian Janz. Kein Wunder, dass die Besucher neugierig werden. „Viele fragen, ob sie mal in den Topf gucken dürfen.“
Janz ist zum dritten Mal in Hülchrath dabei ”“ und immer wieder erstaunt, wie viele Besucher aus der nahen und weiteren Umgebung trotz Regen den Weg in das Dörfchen finden.
Nicht nur in der Mittelalter-Szene hat sich Hülchrath längst einen Namen gemacht. Auch diesmal überzeugt der Markt wieder mit einer gelungenen Mischung aus Verkaufsständen, überregional bekannten Künstlern und einer „richtigen“ Schlacht. Der Plot: Die Normannen belagern das Schloss, da wird ein Weib festgenommen, und es entbrennt ein Streit um die „Hexe von Hülchrath“.
Beides, Belagerung und Hexenprozesse, hat es in Hülchrath wirklich gegeben, berichtet Mit-Veranstalter Karsten Hermida. Auf dem Markt wird das freilich mit einem kräftigen Augenzwinkern in Szene gesetzt. Denn das Spektakulum soll Spaß machen, da sind sich die Veranstalter auch im Jubiläumsjahr treu geblieben.
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Norbert von Thule
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Re: Mittelalter-Spektakel 07./08.07.12 Schloss Hülchrath

Beitrag von Norbert von Thule »

Heute in der Neuss-Grevenbroicher Zeitung:
Rudolf Barnholt hat geschrieben:
Hexenverfolgung in Hülchrath

Beim Mittelalter-Spektakel in Schloss Hülchrath konnten Besucher jene Epoche in spektakulären Szenen erleben. Schauspieler zeigten die Verhaftung einer Hexe und die Belagerung des Schlosses durch die Wikinger.

Der Verdacht wiegt schwer: Stephanie Dreser aus Essen soll eine Hexe sein. Mit Besen, dunkler Magie und teuflischen Künsten. Flugs wird die junge Frau festgenommen. Ein Glück für die 26-Jährige, dass dies nur ein Spiel ist. Beim Mittelalter-Spektakel in Schloss Hülchrath war Stephanie Dreser als Schauspielerin dabei ”“ und hatte Spaß an ihrer Rolle als Hexe. Die Idee dazu hatten Karsten Hermida und Albert Stromann. Die Organisatoren des Mittelalter-Spektakels dachten sich: Warum die weit mehr als 500 mittelalterlich verkleideten Akteure nicht zeitweise zu Schauspielern machen? Zur zehnten Auflage musste schließlich etwas Neues her. Das kam an.
Den Besuchern gefielen die teils spektakulären Szenen, die das Mittelalter-Leben ins Zentrum rückten. Stephanie Dreser gehört der Gruppe "Amator Massa" an, die das bäuerliche Leben im zwölften Jahrhundert zeigt. Die Hexe auf Zeit war mit Ehemann, dem zweieinhalb Jahren alten Sohn Simon und mit ihren Schwiegereltern nach Hülchrath gekommen. Ebenfalls aus dieser Gruppe: Cornelius (23) und Deidra (23). Der Erzieher legte sich mit nacktem Oberkörper auf ein Brett voller Scherben, seine Partnerin, von Beruf Fachinformatikerin, stellte sich auf seine Brust. Schnittwunden gab's dabei keine. Und wenn, wäre Hilfe nah gewesen: Stephanie Dreser ist von Beruf Krankenschwester.
Dass es im Mittelalter grausam zuging, wurde bei der Gruppe "Imperium Draconis" deutlich. Sie hatten unter anderem einen Pranger aufgebaut. "Bauherr" Thomas Reich (42) spielt am Wochenende gern den Heerführer der normannischen Söldner aus der Zeit bis 1150. "Das ist wie Urlaub, obwohl wir hier echt richtig hart arbeiten", sagt Reich. Seine Partnerin Barbara Goertz zieht hobbymäßig als Bogenschützin in die Schlacht. Im normalen Leben arbeitet sie als Verwaltungsangestellte bei der Stadt Mönchengladbach. Talena aus Siegburg hingegen entwirft und verkauft mittelalterliche "Gewandungen". Als besonders praktisches Kleidungsstück preist sie die Gugel an ”“ ein mittelalterliches Gewand, das als früher Vorläufer des Kapuzenpullis verstanden werden kann.
Den Besuchern gefiel es beim Mittelalter-Spektakel in Schloss Hülchrath. Wo sonst kann man einen König erleben, der Theater fürs Volk macht? In diese Rolle schlüpfte Birger Marcuse vom Berliner "Theater der Mitte". Die Wikingerbelagerung kam genauso "echt" rüber wie die Hexenverfolgung. Stärkung versprachen "Wiesen-schmaus", "Armer Ritter" oder Quarkfladen. In eine andere Welt eintauchen ”“ das war das Motiv der mehr als 500 Akteure, die das Mittelalter lebendig werden ließen.

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Bogenschützen, Akrobaten und Gaukler entführten auf Schloss Hülchrath ins Mittelalter. (Foto: M. Reuter)
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