Bei Mittelalter-Kampf verletzt

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Norbert von Thule
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Bei Mittelalter-Kampf verletzt

Beitrag von Norbert von Thule »

Heute im Berliner Kurier
Durch Augenschlitz getroffen

Bei Mittelalter-Kampf verletzt ”“ Lebensgefahr

Er wollte die alte Tradition pflegen ”“ für einen Mittelalter-Freund endete das im Krankenhaus: Er schwebt nach einem Schwertkampf in Lebensgefahr.
Der 23-Jährige hatte sich mit mehreren Gleichgesinnten in einem Übungsraum in Bochum getroffen. Sie wollten mittelalterliche Schwertkämpfe durchführen, um die Tradition aufrechtzuerhalten. Junge Männer traten in Schutzanzügen und Ritterhelmen gegeneinander an, kämpften mit Übungsschwertern.

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Polizeifotos: Diesen Helm (links) trug das Opfer, die Klinge traf durch den Augenschlitz. Das Übungsschwert (rechts) des Kontrahenten: Es traf den Dorstener im Augenbereich.

Als sich der junge Mann aus Dorsten mit einem 37-Jährigen duellierte, geschah es: Der Kontrahent stieß mit der Klinge des Schwertes versehentlich durch den Augenschlitz des Ritterhelms. Obwohl das Übungsschwert lediglich nur eine flexible Kunststoffklinge mit abgerundeter Spitze hatte, wurde der Helmträger im Augenbereich getroffen. Er wurde lebensgefährlich verletzt.
Der Mann wurde sofort mit einem Rettungswagen in eine nahegelegene Klinik eingeliefert, dort wird er nun behandelt. Der Bochumer Gegner kam ebenfalls ins Krankenhaus: Verdacht auf einen Schock.
Das Bochumer Kriminalkommissariat 11 hat die Ermittlungen aufgenommen.
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Gerrit vom Jakobsweg
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Re: Bei Mittelalter-Kampf verletzt ”“ Lebensgefahr

Beitrag von Gerrit vom Jakobsweg »

Ich hab da gerade ein Deja vu!
Gruß von Gerrit dem Ritter ohne Fürst Bild
Der keine Ahnung hat warum die anderen Ponies ihn "den Dunklen Lord" nennen!!
NEU! Jetzt auch mit Hund!!!
Sei deines Willens Herr und deines Gewissens Knecht.
Marie von Ebner-Eschenbach, 13.09.1830 - 12.03.1916
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Nicole
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Re: Bei Mittelalter-Kampf verletzt ”“ Lebensgefahr

Beitrag von Nicole »

Waren Notärzte vor Ort, die ihn direkt reanimiert haben, Notarztwagen war innerhalb von 7 min. da, er liegt im künstlichen Koma, Hirnverletzungen vorhanden, Schäden nicht absehbar. War keine Übungswaffe, sondern schaukampftauglicher Anderthalbhänder und ein missglückter Stich....

GG
N.
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Norbert von Thule
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Re: Bei Mittelalter-Kampf verletzt ”“ Lebensgefahr

Beitrag von Norbert von Thule »

Aus der Bild-Zeitung:
Nach Angaben der Polizei gelten die Schwerter nicht als Waffen. «Waffenrechtlich ist das bloß ein Spielzeug. Das war ein ganz übler Ausgang bei einem Spiel», sagte ein Sprecher.
Die WAZ aus Dorsten unter der Überschrift "Bochumer (37) nach Schwertkampf in akuter Lebensgefahr":
Markus Fuhrmeister hat geschrieben:
Auf Nachfrage gehen der Wirt der Gaststätte wie auch die Polizei von einem „tragischen Unfall“ aus. Dennoch werde geprüft, ob es sich bei dem Vorfall um fahrlässige Körperverletzung handeln könnte.

Vermutlich mit Plastik-Schwertern gekämpft

Bei dem Unglück wurde offenbar mit Plastik-Schwertern gekämpft. Sie haben eine flexible Klinge und eine abgerundete Spitze. Das Unglücksschwert hatte eine Gesamtlänge von 1,25 Metern. Bei dem Unfallverursacher scheint es sich um einen Einzelspieler zu handeln, der keiner Dorstener Rollenspiele-Gruppe angehört.
Die Kneipe in Bochum-Hamme ist in der regionalen Szene bekannt. Dort finden in einem angemieteten Hinterraum regelmäßige Übungsabende statt, an denen historische Begebenheiten wie eben mittelalterliche Kämpfe nachgespielt werden.
Die WAZ aus Bochum sieht ebenfalls den 37-jährigen Bochumer als Opfer:
Bernd Kiesewetter hat geschrieben:
Bei einem bizarren Unglück ist am Dienstagabend ein 37-jähriger Schwertkämpfer äußerst schwer verletzt worden. „Es besteht akute Lebensgefahr“, sagte Polizeisprecher Guido Meng. Das Drama passierte in einem Gesellschaftsraum der Gaststätte „Zu den 4 Winden“ an der Hofsteder Straße in Bochum-Hamme. Dort trafen sich mehrere Männer, die als Hobby den mittelalterlichen Schaukampf haben. Dafür trainierten sie mit Übungsschwertern.
Bei einem Kampf zwischen einem 37-jährigen Bochumer und einem 23-jährigen Dorstener kam es dann zum bösen Unfall. Beide Kontrahenten trugen Schutzanzüge und Ritterhelme. Plötzlich traf der Dorstener den stählernen Kopfschutz seinen Gegners und stieß dabei durch den Sehschlitz. Die Verletzungen waren verheerend.

Schwert ist 1,25 Meter lang und komplett aus Kunststoff

Das 1,25 Meter lange Schwert ist zwar komplett aus Kunststoff und waffenrechtlich als Spielzeug einzustufen. Außerdem war die Spitze der einen Meter langen Klinge abgerundet. Trotzdem hatte sich die Waffe in den Augenbereich des jungen Mannes gebohrt.
Die Zeugen riefen sofort den Notarzt an. Das Opfer wurde mit einem Rettungswagen in eine Klinik gebracht. Auch sein 37-jähriger Trainingspartner kam ins Krankenhaus, weil der Verdacht eines Schocks bestand.

„Wir sind noch sehr betroffen“

Das Kriminalkommissariat 11 ermittelt jetzt. Trotzdem war der grausame Vorfall nach bisheriger Einschätzung ein Versehen. „Wir gehen davon aus, dass es sich um einen sehr unglücklichen Unfall gehandelt hat“, sagte der Polizeisprecher. Gleichwohl werde man untersuchen, ob sich jemand auch strafrechtlich etwas hat zu Schulden kommen lassen, eventuell fahrlässige Körperverletzung.
Beide Unfallbeteiligten waren erfahrene Schwertkämpfer, wie Sarah Blenk von der Gaststätte „Zu den 4 Winden“ am Mittwoch der WAZ-Mediengruppe sagte. „Wir sind noch sehr betroffen.“
Das Lokal, zu dessen Gästen auch viele Freunde von Fantasy-Spielen gehören, hatte nur den Raum für das Schwertkampf-Training zur Verfügung gestellt. Veranstalter war die Gruppe der Kämpfer selbst. Sie trifft sich dort bereits seit vielen Jahren einmal pro Woche. Jetzt will man in der Gaststätte besprechen, wie es nach diesem „Sportunfall“ mit dem Schwert-Training weitergehen soll.
Die Rheinische Post sieht den 23-jährigen Dorstener als Opfer:
Bei einem Schwertkampf-Training mit Spielzeug-Waffen aus Kunststoff ist in Bochum ein 23-Jähriger lebensgefährlich verletzt worden.

Wie die Polizei am Mittwoch berichtete, ist der Mann aus Dorsten Mitglied einer Gruppe, die mittelalterliche Kämpfe mit Kunststoff-Schwertern nachstellt. Er war am Dienstag gegen einen 37-Jährigen angetreten. Bei dem Kampf stieß die Klinge von dessen Übungsschwert durch den Sehschlitz im Ritterhelm des 23-Jährigen.
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Norbert von Thule
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Re: Bei Mittelalter-Kampf verletzt ”“ Lebensgefahr

Beitrag von Norbert von Thule »

Der Polizeibericht:
Polizei Bochum: Dorstener (23) bei mittelalterlicher Schwertkampfübung lebensgefährlich verletzt

Am Abend des gestrigen 20.3.2012 trafen sich mehrere Männer in einem Übungsraum in Bochum-Hamme zur Pflege der Tradition des mittelalterlichen Schwertkampfes. Teil des Programms waren Übungsschwertkämpfe der Beteiligten. Als ein 37-jähriger Bochumer gegen einen jungen Mann aus Dorsten (23) antrat, kam es hierbei zu einem tragischen Unfall. Beide Kontrahenten trugen Schutzanzüge sowie Ritterhelme und kämpften mit Übungsschwertern. Im Laufe des Kampfes traf der Bochumer nun den Helm des Dorsteners. Unglücklicherweise stieß hierbei die Klinge seines Übungsschwertes durch den Sehschlitz des Kopfschutzes. Obwohl es sich um eine flexible Kunststoffklinge mit abgerundeter Spitze handelte, wurde der 23-Jährige im Bereich des Auges getroffen und lebensgefährlich verletzt. Er wurde mit einem Rettungswagen in ein nahegelegene Klinik eingeliefert, wo er stationär verblieb. Auch der Bochumer musste mit Verdacht auf einen Schock einem Krankenhaus zugeführt werden. Die weiteren Ermittlungen werden durch das Bochumer Kriminalkommissariat 11 geführt. Lichtbilder von dem Schwert und dem Ritterhelm sind zur Veranschaulichung angehängt.

Rückfragen bitte an:
Polizei Bochum/Pressestelle
Guido Meng
Telefon: 0234 909 1021
E-Mail: pressestelle.bochum@polizei.nrw.de

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Norbert von Thule
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Re: Bei Mittelalter-Kampf verletzt ”“ Lebensgefahr

Beitrag von Norbert von Thule »

Nicole hat geschrieben:War keine Übungswaffe, sondern schaukampftauglicher Anderthalbhänder...
Das stimmt natürlich nicht, es ist ein "Langes Schwert" aus Nylon, RDA001/11, konzipiert für Sparring und Übungen, genehmigt von Dave Rawlings und der „Boars Tooth Fight School“, basierend auf realem historischen Design (der "Anderthalbhänder" der Serie, RDA004XT, ist 18 cm kürzer und schwerer)

Klinge: 96,5 cm
Kreuz: 24 cm
Griff: 19,5 cm
Knauf: 6 cm
Länge des Hefts gesamt: ca 28 cm
Länge gesamt: 124 cm
Gewicht: 675g

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Die Red Dragon Armoury Reihe dieser Schwerter wird in Großbritannien mit die höchsten Qualitätsansprüchen hergestellt. Sie sind aus hochwertigem Nylon (UK für die Qualitätskontrolle zuständig) statt billigem Polypropylen, wie es von anderen Herstellern verwendet wird. Nylon bietet eine größere Haltbarkeit, sowie eine bessere Aufschlagresistenz in einem breiteren Spektrum von Temperaturen. Die Klingen sind so konstruiert, dass im letztem 1/3  die Spitze flexibel ist. Dies gibt uns eine Klinge, welche zum Stechen geeignet ist (Schutz sollte immer getragen werden), ohne peitschenartige Schläge zu erzeugen. Die Verbindung von Klinge und Heft (traditionell ein Schwachpunkt) wird durch ein Stahlgewinde entlang der gesamten Länge des Griffs verstärkt. Damit lässt sich der Griff nicht Biegen und ist sehr stabil.
Das Standartparier ist aus Nylon hergestellt. Das Parier ist aus Sicherheitsgründen an den Enden kugelförmig, sodass die Verletzungsgefahr durch ein spitzes Parier minimal ist.
Vorbild dafür war ein Langschwert aus dem 15. Jahrhundert. Dies ist ein schönes Beispiel für eine historische Gestaltung, welche uns hilft, sicherer zu trainieren.
Die austauschbaren Griffe sind aus einem thermoplastischen Elastomer, welches das Gefühl von Leder über Holz vermitteln soll. Sie bieten hervorragende Stoßdämpfung, ohne das Gefühl eines „schwammigen“ Griffs zu haben.
Der Knauf ist aus Nylon hergestellt. Dies sorgt für eine hervorragende Balance und macht sie sicherer als Schwerter mit Metallknäufen, wenn es zu Knaufschlägen während des Sparrings kommt. Eine Messingmutter im Knauf sorgt für eine einfache aber dennoch stabile befestigung von Knauf und Griff.
Die Schwerter können leicht durch abnehmen des Knaufes auseinander gebaut werden. Dies macht nicht nur den Transport von ihnen einfach - es erlaubt Ihnen auch, das Schwert mit unserer Auswahl an austauschbaren Teilen (separat erhältlich) individuell zu gestalten.
Die Schwerter wiegen etwa 2/3 des Gewichts  eines echten Schwertes. Dies soll die Auswirkungen eines Treffers beim Sparring geringer machen. Das Gewicht ist zudem etwas in Richtung des Griffes zurück verlagert, um eine weitere Verminderung dieser Auswirkungen erhalten. Die Schwerter sind sehr gut ausbalanciert und schwerer als die meisten Holzschwerter auf dem Markt.
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Norbert von Thule
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Re: Bei Mittelalter-Kampf verletzt ”“ Lebensgefahr

Beitrag von Norbert von Thule »

Kommentare zum Artikel von Bernd Kiesewetter:

Gestern, 17.00 - 18.00 Uhr
butcher99 hat geschrieben:kein Mitleid für Leute, die bei solchem Blödsinn mitmachen. Selbst der Fechtspoert ist nicht risikofrei und nach allen erdenklichen Möglichketen abgesichert.
sonicht hat geschrieben:das normale Leben ist schon mehr als gefährlich.Dazu muß man es nicht durch solche " Spielereien " noch weiter auf die Spitze treiben.
maltator hat geschrieben:Ich habe auch kein Mitleid mit Personen, die sich einem deutlich erkennbaren, hohem Verletzungsrisiko aussetzen. ”¨Meiner Meinung nach muss bei solchen Hobbys ein spezieller Tarif für die Krankenkasse gelten, damit solche Gefahrensucher "doppelt bluten" und nicht andere für ihren Unsinn zahlen müssen.
happyindortmund hat geschrieben:Also, zunächst tut es mir auf jeden Fall leid, wenn jemand zu Schaden kommt... Aber die Aktion ist ja viel unverantwortlicher als Kinder mit Steichhölzern.... unglaublich, was man sich so alles antut, wenn man übermütig wird...
ULIRO hat geschrieben:Selbst Schuld.....
Weiter im Lokalkompass:

Gestern, 18.27 - 18.31 Uhr
Felicitas Zoch hat geschrieben:Wenn man schon den Artikel aus "Der Westen" teilweise abschreibt, sollte man wenigstens keine Fehler machen. Es ist der 37jährige Bochumer, der verletzt wurde und der 23jährige Dorstener war sein Trainingspartner. Und sind übrigens Freunde von mir.”¨Und noch ein Wort zu allen, Verzeihung, Arschlöchern, die bei "Der Westen" Kommentare schreiben ohne Ahnung zu haben. Schwertkampf und Fechtsport sind nur sehr begrenzt vergleichbar, aber wer ist wohl besser gerüstet: jemand in Stoff/Kunststoff- Schutzkleidung oder einer in Plattenpanzer? Leute denkt bitte mal nach, bevor Ihr euch über Dinge auslasst, von denen Ihr keine Ahnung habt. ”¨”¨Aber danke an den Schreiber für den wertungsfreien Bericht.
Oliver Borgwardt hat geschrieben:
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Liebe Felicitas,
”¨”¨1) Dieser Artikel war eine Weile vor dem WAZ-Artikel online, zudem habe ich während der Recherche regelmäßig mit dem Kollegen von der WAZ gesprochen und wir haben Informationen ausgetauscht. Zudem stehe ich im Kontakt mit dem Inhaber der betroffenen Gaststätte. Die Ansicht, ich würde abschreiben, ist gelinde gesagt unfair. Aber vermutlich bist Du momentan etwas neben der Spur (verständlicherweise!) und der Kommentar war nicht so böse gemeint, wie er geschrieben war?
”¨”¨2) Habe ich wie gesagt nicht "abgeschrieben", sondern selbst recherchiert... die Informationen mit Herkunft und Alter stammen aus dem offiziellen Polizeibericht. Danke für den Kommentar, aber als Journalist muss man sich auch auf offizielle Quellen berufen.”¨”¨

http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/11530/...ӬӬ

Der Fehler lag also nicht bei uns. Ich habe den Bericht nun korrigiert.
Oliver Borgwardt hat geschrieben:
Unfall: Dorstener verletzt Bochumer bei Schwertkampfübung schwer

Bei einem Unfall während einer Fechtübung ist ein 37-jähriger Bochumer von einem 23-jährigen Dorstener am gestrigen Dienstag (20. März) lebensgefährlich verletzt worden.

”¨”¨Der junge Dorstener war Teilnehmer einer regelmäßigen Trainingsveranstaltung in den Räumen einer Bochumer Szenegaststätte im Stadtteil Hamme. Trotz der vorgeschriebenen Schutzkleidung bekam der Partner des jungen Mannes während einer Übung die Spitze eines Trainingsschwertes ins Auge und erlitt so schwere Kopfverletzungen. Der 37-jährige wurde in ein Bochumer Krankenhaus eingeliefert. Sein Zustand sei sehr ernst, teilte die örtliche Polizeistelle mit. Auch der Dorstener wurde mit Verdacht auf einen Schock zur ärztlichen Betreuung ins Krankenhaus verbracht. ”¨”¨Die Bochumer Polizei geht von einem Unfall aus. Die beiden Männer hätten stumpfe und abgerundete Trainingsschwerter benutzt. Die Übungswaffe, die das Unfallopfer im Bereich des Auges traf, besteht aus flexiblem Kunststoff. Auch der Inhaber der Gaststätte, der den Übungsraum seit Jahren für die Fechtsportler zur Verfügung stellt, betonte gegenüber dem Stadtspiegel, dass alle Teilnehmer die vorgeschriebene Schutzausrüstung getragen haben und es ein freundschaftliches Training gewesen sei.
”¨”¨Schwere Unfälle wie dieser sind beim historischen Fechten relativ selten. Die Sportler benutzen spezielle Trainingsschwerter und Körperschutz, zudem werden die Schläge nicht mit voller Wucht ausgeführt. Kopftreffer sind nach den gängigen Regeln verboten.”¨”¨

Hinweis der Redaktion:
”¨”¨Im ursprünglich vorliegenden Polizeibericht waren das Unfallopfer und sein Partner verwechselt worden. Der Verletzte ist nicht der Dorstener, sondern der Mann aus Bochum.
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Nicole
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Re: Bei Mittelalter-Kampf verletzt ”“ Lebensgefahr

Beitrag von Nicole »

Ein junger Mensch ist von einem Freund so schwer verletzt worden, dass die Frage ist, ob und wie für ihn sein Leben weitergehen wird. Kann man da nicht einfach mal den beiden das Beste wünschen und vielleicht etwas ähnlich Altmodisches tun wie "Beten" oder schlicht an sie denken?

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Norbert von Thule
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Re: Bei Mittelalter-Kampf verletzt

Beitrag von Norbert von Thule »

Heute in der WAZ:
Bernd Kiesewetter hat geschrieben:
Schwertkämpfer überwand fatalen Trainingsunfall in Bochum

Nach einem furchtbaren Unfall beim Training des mittelalterlichen Schwertkampfs hat sich der Bochumer Tobias Dahlmann zu großen Teilen wieder erholt. Die Schwertspitze seinen Gegners hatte sich durch den Sehschlitz seines Rittelhelmes ins Auge gebohrt. Trotzdem will er jetzt weiterkämpfen.

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Tobias Dahlmann am Unfallort, ein Lokal in Bochum-Hamme. Sein rechtes Auge ist noch geschädigt. (Foto: Stefan Arend)

Es war wohl einer der schrecklichen Unfälle seit langem in Bochum. Am 20. März hatte sich die Klinge eines Schwertkämpfers (23) bei einem mittelalterlichen Trainingskampf ins Auge seines 37-jährigen Gegners gebohrt. Tobias Dahlmann trug zwar einen Ritterhelm (Foto) aus Stahl, aber die Klinge stieß versehentlich durch den Sehschlitz und zertrümmerte die ganze Augenhöhle. Die WAZ traf den Bochumer jetzt am Unglücksort, ein Raum der Gaststätte „Zu den 4 Winden“ in Bochum-Hamme.

„Ich werde vorsichtiger kämpfen“

Dort hatte Dahlmann mit anderen Schwertkämpfern regelmäßig trainiert. Und dort will der Mittelalter-Anhänger bald erneut zur Trainingswaffe greifen, denn den anfangs schlimmsten Befürchtungen zum Trotz hat er die schaurigen Verletzungen zu großen Teilen, wenn auch nicht ganz, überstanden. „Ich werde ein bisschen vorsichtiger kämpfen. Man muss nicht gleich in die Vollen gehen.“
Dahlmann trainiert seit zehn Jahren den Schwertkampf. Diesmal wagte er eine besondere, für ihn neue Form, das „historische Fechten“: „Die Fechtbücher dazu stammen aus dem 14. bis 16. Jahrhundert. Dieser Kampf ist darauf ausgerichtet, den Gegner möglichst schnell ins Jenseits zu befördern deshalb kann das nicht 1:1 nachgestellt werden. Die Gruppen, die das machen, nehmen statt Metall- dann Hartgummi-Waffen und Fechtausrüstung wie beim olympischen Fechten.“ Eine Fechtmaske trug er an diesem Abend nicht, nur Metallpanzer an Ellbogen und Knien, eine Schutzjacke und einen Ritterhelm. Er dachte, das reicht.

Unklar, ob Auge geschädigt bleibt

Danach begann ein Schlagen und Stechen mit stumpfen Hartgummi-Schwertern. Weil sie leichter sind als Metall, wurde der Kampf immer schneller - und immer unkontrollierter. Dann passierte es.
„Ich weiß noch, wie es angefangen hat, aber nicht mehr, wie es aufgehört hat.“ An den furchtbaren Stoß kann sich Dahlmann nicht erinnern. Heute weiß er, dass zwei Ärzte dabei waren, die ihn noch vor dem Notarzt erstversorgten. Viele Wochen lag der 37-Jährige im Krankenhaus im künstlichen Koma. Als er aufwachte, hatte er bizarre Wachträume, wie er erzählt. Es folgte eine Reha. Erst nach Monaten konnte er nach Hause. Dort lebt er jetzt wieder eigenständig. Allerdings funktioniert sein rechtes Auge „noch nicht so richtig“; es ist unklar, ob das so bleibt. Und die Körpermuskeln müssen auch noch viel kräftiger werden.
Seinem damaligen Gegner macht er übrigens keine Vorwürfe. Es war ein Unfall.

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Schon seit langem ist Dahlmann vom Mittelalter fasziniert. „Das kommt, wenn man einem Kind Lego-Ritter schenkt.“ Ihn interessieren zum Beispiel „der Idealtypus des Ritters“ und das Schachspielen, das ebenfalls zu den mittelalterlichen Idealen zähle. Er hat einen einen Uni-Abschlussin Skandinavistik (er spricht unter anderem fließend Schwedisch) und strebt den Doktortitel an. Bei „BosKop“, das Kulturbüro des Bochumer Akafö, gibt er bald einen Kurs in Wappenlehre und Schwertkampf.
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