Ach was, jetzt ist Zeit sich unbeliebt zu machen.
Mir ist nicht ganz klar, welches literarische Genre das "Archiv" darstellen soll.
Da steht zum Beispiel ein Satz der Art:
Schon jetzt zeichnet sich ab, dass Graf Franz Josef einen Fehler gemacht hat.
Gegen die Präsenz des Veytaler Banners bei Umzügen und Markteröffnungen verblasst das alte Satzveyer Wappen ...
Okay, da hat es irgendwie geknistert.
Der Autor des Archivs muß sich aber schon entscheiden, ob er Nostalgie im Boulevard-Stil oder historische Aufklärungsarbeit bieten will.
Im ersten Fall sollte er Mißtöne rauslassen. Es war schön, basta. Denn Mißtöne irritieren den Leser, wenn er sie ja sowieso nicht einordnen kann.
Das andere Extrem wäre ein anklagender Enthüllungsjournalismus. "Dieser böse Graf hat dieses und jenes getan ... Skandal!" Sicherlich hätte das Publikum daran eine besondere Freude. Aber wenn der Autor des Archivs sich nicht so weit hinauswagen möchte, sollte er in diese Richtung auch keinen Appetit schüren.
Wenn man den Titel "Archiv" ernstnimmt, könnte dabei vielleicht so etwas wie ein Stammbaum entstehen: woher kam Veytal, wo wurden "Ehen" mit anderen Gruppen eingegangen, welche Abspaltungen gab es. Vielleicht müßte man dann auch noch etwas zu den zwei Konzepten "Veytal" und "Eynevolk" sagen.