Coronavirus-O

Was geht im Mittelalter?
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Norbert von Thule
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Re: Coronavirus-O

Beitrag von Norbert von Thule »

Montrose hat geschrieben:Das ist ein direkter Widerspruch: der eine rechnet mit einer Immunisierung durch Infektionen, der andere verkürzt den Immunitätsstatus auf nur 3 Monate.
Da hat sich wohl bei dem anderen (Robert-Koch-Institut) wieder* ein Rechenfehlerchen (> 3 = < 3 = 2) eingeschlichen:

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* z.B. 29 ≈ 0 Marieke Degen, Pressesprecherin des RKI: "nicht verzerrt"

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Norbert von Thule
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Re: Coronavirus-O

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Norbert von Thule
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Re: Coronavirus-O

Beitrag von Norbert von Thule »

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Nicht Omikron, sondern die Quarantäne-Maßnahmen:

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Nicht das Virus, sondern:

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Norbert von Thule
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Re: Coronavirus-O

Beitrag von Norbert von Thule »

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... oder sie sind es*.

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* siehe Südafrika und Großbritannien
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Norbert von Thule
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Re: Coronavirus-O

Beitrag von Norbert von Thule »

Montrose
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Re: Coronavirus-O

Beitrag von Montrose »

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Drosten .... ist das nicht der, welcher leugnet, dass Corona aus einem Labor kommt. Ist der denn glaubwürdig?



Aber nun, da Omikron nach der WHO als "natürlicher Booster wirken" könne, der nach Chefvirologe Christian Drosten auch "die Impflücke schließen"
Das ist reine Science Fiction. "Natürlicher Booster" gegen was denn? Welche Impflücke wird denn geschlossen?


Das sind doch reine Spekulationen, wofür es überhaupt keine belastbaren Daten gibt.


Weder hat man Angaben zur Kreuzimmunität noch dazu, wie lange die Immunität nach einer Infektion andauert.

Wenn man behauptet, Lauterbach erfindet Daten .... alle anderen tun das auch. Von "Wissenschaft" kann ich da nichts erkennen.



Es ist besser, man warnt zu drastisch, anstatt zu verharmlosen.
Machen wir doch einfach mal den Logik-Check.


(1) Dieser Satz bedeutet, man nimmt etwas Schlimmes an, und dann kommt es gar nicht so schlimm.


GEGENPROBE
Es ist besser, man verharmlost, anstatt drastisch zu warnen.

(2) Dieser Satz bedeutet, man ist erst ganz happy drauf (und trifft deshalb auch keine Vorsorgemaßnahmen), aber dann kommt es schlimmer als erwartet.



Frage an die Leser*Innen: Welche Variante gefällt euch besser? Variante (1) oder Variante (2)?
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Norbert von Thule
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Re: Coronavirus-O

Beitrag von Norbert von Thule »

Variante (0).
Es ist besser, man sagt die Wahrheit, anstatt zu lügen.

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Begriffserklärung:

"Booster" ist ein Verstärker für die Impfung durch nochmalige Impfung. "Natürlicher Booster" ist hier die Infektion mit Omikron, die wie eine Booster-Impfung wirkt.

"die Impflücke schließen" heißt hier, dass nach einer Infektion mit Omikron die Ungeimpften ebenso wie die Geimpften gegen das Coronavirus immunisiert sind.

... und die "belastbaren Daten" gibt's in Südafrika und Großbritannien
Montrose
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Re: Coronavirus-O

Beitrag von Montrose »

Es ist besser, man sagt die Wahrheit, anstatt zu lügen.
Das ist Kinder-Moral. Stell dir vor, du wolltest im 3. Reich einen Juden retten. Ein SS-Offizier fragt dich, ob du weißt, wo er sich versteckt hält. Aber weil du immer die Wahrheit sagst, verrätst du den Juden: "Er hat sich im Keller versteckt."

Entscheidend ist der Effekt und nicht, dass einer den braven Bubi spielt.


und die "belastbaren Daten" gibt's in Südafrika und Großbritannien
Ich kapier immer noch nicht, was mit den restlichen 192 Länder ist. Warum gerade Großbritannien und Südafrika?



Aber bitteschön, wenn du so gerne recherchierst:

Wie lange die Immunität nach einer Infektion andauert.
Nenn uns die Dauer! Was sagen die Studien dazu?


"Booster" ist ein Verstärker für die Impfung durch nochmalige Impfung.
Klar. Und ein Zirkonbananengurkostrahl ist die Hauptwaffe von Superman. Woher willst du denn wissen, ob das wahr ist? Das sind doch zunächst mal nur Worte.
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Norbert von Thule
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Re: Coronavirus-O

Beitrag von Norbert von Thule »

Montrose hat geschrieben:Stell dir vor, du wolltest im 3. Reich einen Juden retten.
Mit meinem Zirkonbananengurkostrahl.

_____

"Mit Buckligen darf man schon bucklig reden!" Friedrich Nietzsche
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Norbert von Thule
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Re: Coronavirus-O

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Re: Coronavirus-O

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Re: Coronavirus-O

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Re: Coronavirus-O

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Re: Coronavirus-O

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Re: Coronavirus-O

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Norbert von Thule
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Re: Coronavirus-O

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Darf's auch etwas mehr sein?

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Norbert von Thule
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Re: Coronavirus-O

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Montrose
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Re: Coronavirus-O

Beitrag von Montrose »

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Norbert hat geschrieben:Es ist besser, man sagt die Wahrheit, anstatt zu lügen.
Montrose hat geschrieben:Das ist Kinder-Moral. Stell dir vor, du wolltest im 3. Reich einen Juden retten. Ein SS-Offizier fragt dich, ob du weißt, wo er sich versteckt hält. Aber weil du immer die Wahrheit sagst, verrätst du den Juden: "Er hat sich im Keller versteckt."


Entscheidend ist der Effekt und nicht, dass einer den braven Bubi spielt.
Anstatt Nietzsche zu zitieren, der ja nun nicht unbedingt die Leuchte seines Faches war, wie wäre denn ein Kurs als Gasthörer an der Philosophischen Fakultät der RWTH Aachen. Dort könntest du verschiedene Standpunkte kennenlernen.

Montrose hat geschrieben: bitteschön, wenn du so gerne recherchierst:

Wie lange die Immunität nach einer Infektion andauert.
Nenn uns die Dauer! Was sagen die Studien dazu?

Es wäre schön, wenn du erst mal deine Hausaufgaben vollständig machst bevor du neue Bildchen postest.


Fairerweise muss ich zugeben, dass Norbert den Vergleich zwischen den Ländern geliefert hat.
Aber mal Hand aufs Herz: Was kann denn ein Land wie Großbritannien uns Deutschen sagen, wenn die Zahlen dort dermaßen aus dem Ruder gelaufen sind? :shock:

Kennt ihr den Witz vom Cowboy und dem Pferd?
Ein Cowboy geht in den Saloon und sagt: "Mein Pferd hat Durchfall." Da sagt der Barkeeper: "Mein Pferd hatte auch Durchfall." Fragt der Cowboy: "Was hast du dagegen gemacht?" Antwortet der Barkeeper: "Ich hab dem Pferd einen Eimer Petroleum zum Saufen gegeben." Eine Woche später kommt der Cowboy wieder in den Saloon und sagt: "Ich habe meinen Pferd auch einen Eimer Petroleum zum Saufen gegeben, wie du es gesagt hast. Und jetzt ist es tot." Da sagt der Barkeeper: "Meins ist auch tot."

Bevor man irgendwem hinterherdackelt oder ihn zitiert, sollte man erst mal prüfen, wem man da hinterläuft.



Virologe zu den Höchstständen der Fallzahlen: "Neuinfektionsrate spielt praktisch keine Rolle mehr."
Für einen Virologen sind Infektionsraten immer und überall praktisch bedeutungslos, weil ein Virologe weder mit der Behandlung von Patienten noch mit Impfungen noch mit der Herstellung von Arzneimitteln befasst ist.

Die Neuinfektionsrate spielt für einen Virologen "praktisch" keine Rolle, weil ein Virologe ganz allgemein niemals "praktisch" arbeitet. Allerdings kann er da nur für sich sprechen und nicht für andere Berufsgruppen.

Das ist so, wie wenn ein Buchhalter sagt "Für mich spielen Würste praktisch keine Rolle." Logisch, weil er Buchhalter und kein Metzger ist.
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Re: Coronavirus-O

Beitrag von Montrose »

Norbert hat mir noch gar nicht auf die Mütze gehauen.


Ich glaube, in einem sind wir uns einig: das ist Chaos.

Ich selbst gehe davon aus, dass der Spuk in den warmen Monaten für einige Zeit vorbei ist. Und dann kann man wieder ein bisschen was machen.
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Norbert von Thule
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Re: Coronavirus-O

Beitrag von Norbert von Thule »

Montrose hat geschrieben:Norbert hat mir noch gar nicht ...
Stattdessen habe ich Warhols "Flowers" auf Leinwand, 160x160 cm interpretiert und anschließend meine Tochter als Antigone in "Antropos" im Freien Werkstatt Theater Köln gesehen. "Ein Kurs als Gasthörer an der Philosophischen Fakultät der RWTH Aachen" zu besuchen, hat bei dir offensichtlich nicht gereicht - ich habe Philosphie an der Philosophischen Fakultät der RWTH Aachen studiert, und an der Philosphischen Fakultät in der Universität zu Köln. Und ich zitierte nicht nur Nietzsche ("Du grosses Gestirn! Was wäre dein Glück, wenn du nicht Die hättest, welchen du leuchtest!"), sondern auch Montrose ("nicht unbedingt die Leuchte s[k]eines Faches").

Auf die Frage, ob mir Übertreibung oder Untertreibung besser gefallen würde, habe ich die Wahrheit gewählt. Aber ich muss nicht jede Frage beantworten, weder die von einem SS-Offizier nach dem Versteck eines Juden, noch die von Montrose nach einem SS-Offizier, der nach dem Versteck eines Juden fragt* - im Thema "Coronavirus-O(mikron)".

Ebenso vermessen ist es, als fauler Schüler ("Was sagen die Studien dazu?") vom Lehrer zu fordern, "Hausaufgaben" zu machen. Hallo? Sei’s drum:
Montrose hat geschrieben:Wie lange die Immunität nach einer Infektion andauert. Nenn uns die Dauer!
Gesetzlich 2 Monate (nach RKI)

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* Will da jemand wieder die Nazikeule aus dem Keller kramen? Bitte:

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Montrose
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Re: Coronavirus-O

Beitrag von Montrose »

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Also hinsichtlich des Themas Philosophie fällt mir das schwer zu glauben.


Das Philosophie-Studium besteht aus zwei Bestandteilen.

Ein Bestandteil ist die allgemeine Methodik, die einen Philosophie-Studenten befähigt, eigenständig Theorien zu prüfen und eigene Theorien zu entwickeln. Hierfür ist zum Beispiel der Logik-Schein - üblicherweise im ersten Semester - verpflichtend. Ein anderes Fach ist Ethik, in dem wie oben unterschiedliche Ansätze verglichen werden. Zum Beispiel: Was ist wichtiger: gut gemeint oder gut gemacht? Ist die Gesinnung das Entscheidende oder das Ergebnis, will man "Gutes" bewirken?
Eine Methode besteht dann darin, dass man an einem konkreten Beispiel ausprobiert, ob eine Regel funktioniert oder nicht.
Solch eine Probe war oben "Angenommen, ein SS-Mann will von dir rausfinden, wo ein Jude versteckt ist." Es ist eine Prüfung, ob die Regel "Man muss ehrlich sein." immer zu guten Ergebnissen führt. Im Zusammenhang mit der Corona-Diskussion wollte ich darauf hinweisen, dass wenn Herr Lauterbach durch Übertreibung die Gesundheit von Menschen bewahren will, er dadurch ethisch handelt. Die Wissenschaftstheorie bzw. Epistemiologie - ein anderes Fach - beschäftigt sich mit der Frage, was Wahrheit ist und wie man dahin gelangt. Ich glaube nicht, dass ein Philosophie-Professor die BILD-Zeitung als Quelle der Wahrheit akzeptieren würde. :wink:

Ein anderer Bestandteil ist die Philosophie-Geschichte. Da nimmt man sich dann die Texte eines Philosophen vor und versucht zu verstehen, zu ordnen, zusammenzufassen, was der Philosoph meint. In diesem Zusammenhang wird viel zitiert. Am Ende - siehe erster Bestandteil - steht dann aber die eigene Bewertung, ob und aus welchen Gründen man diesem Philosophen zustimmt oder nicht zustimmt. Selbstverständlich lernt man im Laufe des Studiums viele Philosophen kennen. Im Zusammenhang mit CORONA fallen einem sofort David HUME und seine Erörterungen zur Kausalität ein.


Darin besteht das Studium an einer Philosophischen Fakultät.




Sich einen Philosophen herzunehmen, den dann zu lesen, auswendig zu lernen und zu zitieren .... das wäre weniger ein Studium der Philosophie als die Herangehensweise eines Unstudierten. Eine Fleiß-Aufgabe ohne eigene Denkleistung. Und falls einer nur einen einzigen Philosophen rausnimmt, den er immer wieder zitiert, und von den dutzenden anderen Philosophen keine Kenntnis nimmt, das kann in meinen Augen auch kein studierter Philosoph sein.

Ich muss da Zweifel anmelden, denn es wäre fürchterlich, wenn ein Abiturient, der hier mitliest und sich überlegt, selbst Philosophie zu studieren, ein falsches Bild von diesem eigentlich recht wertvollen Studienfach bekäme.

Leider ist das heute an den Universitäten tatsächlich so, dass viele nur auswendig lernen und nachplappern. Das liegt am System: man bekommt eine gute Note, wenn man dem Prof in den Hintern kriecht und dessen Ego befriedigt. Aber gut ist das nicht. Da war das MITTELALTER (!) fortschrittlicher. Denn dort war das Streitgespräch (Dialektik) Pflichtfach. Ich rede hier nicht von den Naturwissenschaften. Ich rede von den Geistes- und Sozialwissenschaften ---- auch in Pädagogik, Soziologie, Psychologie/Therapie schleichen sich Zeitgeist-abhängige Dogmen ein, ohne dass ihre Vertreter sich darüber bewusst erscheinen, dass diese Dogmen zu hinterfragen wären.




Die Ausführungen nicht-philosophischer Art des Herrn N. haben meine vollste Bewunderung!!
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Re: Coronavirus-O

Beitrag von Montrose »

als Antigone in "Antropos"
Ich nehme an, das heißt Anthropos = Mensch. Mit th. Daher kommt das Wort Anthropologie. Es gibt auch eine philosophische Anthropologie. In Aachen lebt ein Mann, der behauptet, ein Assistent von Plessner gewesen zu sein.
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Norbert von Thule
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Re: Coronavirus-O

Beitrag von Norbert von Thule »

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Ich war da, ist mir nicht fremd:)

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Ein paar Photographien, damit es dir auch nicht mehr so fremd ist:

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Re: Coronavirus-O

Beitrag von Montrose »

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Ödipus löst das Rätsel der Sphinx, aber nicht das seiner eigenen Existenz.
Die Frage ist, ob sich dies nicht in diesem Theaterstück als Theaterstück fortsetzt. Moralisch anzuprangern, der Mensch zerstöre die Welt, gibt noch keinen Hinweis darauf, was der Mensch stattdessen tun soll. Wenn nicht gerade ein niedlicher Panda-Bär auftaucht, ist den Leuten die Natur egal. Natur als Objekt wäre eigentlich ein Zu- und Los-Lassen von etwas ganz anderem als dem Menschen durch den Menschen. Indem der Mensch zerstört, ist er Natur. Denn so handeln auch Heuschrecken. Wenn der Mensch die Natur als Objekt bewahren will, braucht er keine andere Natur, sondern eine andere Kultur.


Wissenschaftliche Erkenntnisse erscheinen als Orakelsprüche der Moderne.

Es ist ein Religionsersatz. Früher waren es 20 Ave Maria, heute sind es 20 Vitamine.

Der Bezugspunkt - die Götter - ist verschwunden. Das Befolgen von Regeln ist geblieben. Die Lebenslust, die Verschwendung ... Gott oder Wissenschaftler, die gegen die eigene Lust, gegen die eigene Natur den Gehorsam zur Einschränkung fordern. Was bleibt? Die Lust am Gehorsam? Strukturen von Religion und Wissenschaft in Beziehung, ja sogar gleich zu setzen, das ist ein cleverer Schachzug.


Und durch das Unvermögen, die richtigen Konsequenzen zu ziehen, erfüllen sich die Prophezeiungen eines unbewohnbaren Planeten.
Da keiner von uns älter als 120 Jahre alt wird, wird der Planet für jeden von uns unbewohnbar, egal was er tut. Warum soll jemand den Heiligen spielen anstatt noch das letzte Gut raus zu blasen, wenn er so oder so keine Zukunft hat? Und die Zukunft unserer Enkel ist ein abstrakter Begriff ... viele haben keine Enkel und wenn sie einen haben, wissen sie nicht, wessen der Enkel würdig oder unwürdig sein wird.



Ich habe das Stück nicht gesehen und kann demnach nicht beurteilen, ob dem Autor Eisenach der große Coup gelungen ist - das Fragwürdige durch die Inszenierung zu inszenieren - oder ob er populistisch die Moralkeule zu einem Mode-Thema schwingt.


Antigone
In Wikipedia steht "Doch Antigone stellt ihr eigenes Gewissen über das Gesetz und glaubt, den Göttern mehr gehorchen zu müssen als den Menschen." (Sie bestattet ihren Bruder, obwohl es der König verboten hat.)

Ist das so?
Wenn ein alter Grieche diese Figur sah, dann bedeutete das für ihn etwas ähnliches wie wenn heute jemand die CDU wählt, um die Kriminalitätsrate zu senken. Antigone stellt nicht das eigene Gewissen über das Gesetz, sondern sie vollstreckt ein landläufig gültiges Gesetz gegen einen König, der dieses Gesetz brach. Ich denke, Wikipedia hat das Thema verfehlt. Im Zusammenhang mit dem Theaterstück: ein alter Grieche hätte mit Klimaschutz nichts anzufangen gewusst. Antigone für dieses Thema einzuspannen ist in etwa wie wenn ein Werbegrafiker Jesus in einer Coca-Cola-Werbung auftauchen lässt. Wenn Antigone erscheint, muss es also dafür einen anderen Grund geben.



Das Unverständnis ist auf den Gesichtern der Schauspieler'*innen gut dargestellt.
Ein Detail gefällt mir besonders: der Mensch, der sich in einen Rahmen stellt (viertes und neuntes Bild im Hintergrund) - zusammen mit Antigone. Das hat etwas zu bedeuten.


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Re: Coronavirus-O

Beitrag von Montrose »

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Also Wikipedia.
Wikipedia hat geschrieben:Nach dem Tod des Ödipus vereinbaren dessen Söhne Polyneikes und Eteokles, vor allem nach Versionen athenischer Dramatiker, sich die Macht in Theben zu teilen, indem sie abwechselnd regieren. Nachdem sein Bruder nicht bereit ist, vereinbarungsgemäß die Herrschaft an Polyneikes zu übergeben, sammelt dieser in Argos ein Heer und zieht gegen das „siebentorige“ Theben.
Eteokles bricht einen Bund. Daraufhin zieht ihn Polyneikes zur Rechenschaft.

Als Polyneikes stirbt, verbietet der König demjenigen, der eigentlich das Recht (des Bundes) wahren wollte, die Bestattung.

Der Gute wird zum Bösen.

Antigone merkt, dass der Böse in Wirklichkeit der Gute ist, und bestattet ihn. Indem sie das falsche Gesetz des Königs bricht, setzt sie das richtige Gesetz wieder in kraft.

Das ist wie in der Mathematik (-1) x (-1) ergibt +1.


Wikipedia hat geschrieben:Kreon erkennt, dass die Verantwortung bei ihm und die Schuld in seiner Hybris liegt.
Nämlich sich über das Gesetz gestellt zu haben. Sag ich doch! Nicht Antigone hat sich über das Gesetz erhoben, sondern der König.


Wikipedia hat geschrieben: Doch Antigone stellt ihr eigenes Gewissen über das Gesetz und glaubt, den Göttern mehr gehorchen zu müssen als den Menschen.
Diese Schlussfolgerung in Wikipedia stimmt nicht. Antigone ist keine Protagonistin des Individualismus, sondern sie verkörpert einen kollektiven Rechtschaffenheitsbegriff - mit dem sich das Publikum identifiziert. Genau dadurch entsteht die trauernde Katharsis der Tragödie.

Auch die im Internet gegebene Interpretation, Antigone habe die Auflehnung des Einzelnen gegen den Staat zum Thema, darf man hinterfragen, denn der König vertritt nicht den Staat. Antigone taugt nicht als Revolutionärin, weil sie sich nicht gegen Herrschaft an sich, sondern nur gegen falsche Herrschaft auflehnt. Dass der Mächtige per se Recht habe, wogegen man sich auflehnen müsse, ist ein Gedanke der Neuzeit (Absolutismus/Französische Revolution). Gerade die Griechen verstanden sich nicht in umstürzlerischer Gegnerschaft zum Staat --- sondern sie verstanden sich selbst als Staat.
irgendwo im Internet hat geschrieben:Sophokles hat sein Stück Antigone als Reaktion auf die Verbannung des Themistokles, des Helden der Seeschlacht von Salamis, aus Athen verfasst. In seinem Werk behandelt Sophokles das moralisch gerechtfertigte Aufbegehren gegen staatliche Ordnung bzw. Gewalt bei Strafe des eigenen Unterganges.
sowie der Vorwurf, dem Spartaner Leonidas I. bei der Verteidigung der Thermopylen keine Hilfe zukommen gelassen zu haben, und die vorgeblich unnötige Preisgabe Athens an die Perser vor der Schlacht von Salamis führten dazu, dass er [Themistokles] um 471 v. Chr. durch das Scherbengericht aus Athen verbannt wurde
Verbannung durch das Scherbengericht --- ein demokratischer Akt. "Moralisch gerechtfertigtes Aufbegehren gegen die staatliche Ordnung" ???
Hä????? Der echte Themistokles unterwarf sich dem Spruch und nahm sich lieber das Leben, als dass er sich an seinen Landsleuten gerächt hätte (kann man alles im Internet nachlesen). Historisch ist etwas völlig anderes passiert als was man hier Sophokles/Themistokles andichtet. Nix mit "Moralisch gerechtfertigtes Aufbegehren gegen die staatliche Ordnung" .... das ist ja totaler Quatsch.

Und worin besteht die Parallele zwischen diesem (fiktiven) Themistokles und Antigone??? Vielleicht gibt es die. Ich habe jetzt weder Zeit noch Lust, das genauer zu untersuchen. Aber aus einem Admiral ein kleines Mädel zu machen, das seinen Bruder beerdigen muss, das wäre schon ein bisschen sehr kitschige Propaganda. Genauso, wenn das Mädel den Admiral ehrenhaft beerdigen müsste, weil es sonst keiner tut. Eine merkwürdige Vorstellung. Wenn das die Ansichten eines Sophokles wären, dann würde er heute auf RTL II in irgendeiner Soap mitspielen.


Was soll das im Zusammenhang mit Klimaschutz bedeuten? Ich habe keine Ahnung! Dass in dem Stück die Menschheit untergeht und die Maden überleben, ist so eine Art Deus ex Machina ..... wenn ein Stück in der Sackgasse steckt, dann passiert etwas Wunderhaftes, damit es irgendwie weitergeht. Und hier muss es denn gleich der Untergang der Menschheit sein, weil ansonsten Much ado about nothing (Shakespeare: Viel Lärm um nichts)?


Ich würde mir mehr ALTE Theaterstücke wünschen, die einfach bei der Originalfassung bleiben. Text und Kostümierung. ---Immerhin, das ist bei dem obigen Stück erfüllt, dass die wenigstens halbwegs wie Griechen ausschauen. Es ist wie beim Whiskey: wenn er aus dem Fass kommt, ist er am besten. Tut man Wasser dazu, wird er schwächer. Meine Güte, was war das, als beim Woyzeck im Stuttgarter Staatstheater der Offizier nackt auf der Bühne stand. Musste das sein? Warum ein ALTES Stück nicht einfach mal so runterspielen wie es geschrieben wurde. Oder Richard III., wiederum in Stuttgart, wo Fürsten und Könige in irgendwelchen Klamotten rumhopsten, die so gar nicht imstande waren, in eine andere Zeit zu verführen.


Der Historiker verstünde, was ich gerade mache. Es ist der Versuch, Vergangenheit zu uns sprechen zu lassen anstatt "Vergangenheit" zu benutzen, um aktuelle Sichtweisen zu rechtfertigen - und dadurch nichts hinzuzulernen. Mein großes Hassobjekt ist immer noch der "Gladiator" mit Russel Crowe. Da wurde eine Geschichte über den Kaiser Commodus, der angeblich seinen Vater ermordet und seine Schwester missbraucht hat, erfunden, um eine alberne Rachegeschichte zu konstruieren. Aber historisch ist es niemals so passiert. Es stimmt einfach nicht. Und genauso kann man nicht einfach Antigone als Individualistin oder Ödipus - wie in der Psychoanalyse - als Vater-Bekämpfer darstellen. Das ist nicht das, was die antiken Quellen tatsächlich berichten.
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